Serie: Megamarsch München 2018 – 6 Wochen vorher

Wanderrucksack

Sonntag, 01.04.2018:

Die Blasen an den Füßen sind noch nicht ganz weg, sodass ich mich heute dagegen entschieden habe 40 km zu versuchen. Desweiteren lässt das Wetter mal wieder zu wünschen übrig, heute morgen hat es noch geschneit. Ich weiß, dass man auch bei schlechtem Wetter trainieren soll, da man nie weiß, wie das Wetter bei der Veranstaltung werden wird, aber ich bezweifle doch stark, dass es Mitte Mai schneien wird.

Um nicht aus der Übung zu geraten, werde ich heute irgendetwas zwischen 20 und 30 km in Angriff nehmen. Wenn der Wetterbericht Recht behält, dann wird das Wetter nächstes Wochenende richtig schön. Zweistellige Temperaturen und ein bisschen Sonnenschein. Für nächstes Wochenende verfolge ich weiter meinen Plan, in die Harburger Berge zu gehen und dort zu wandern. 6 Wochen sind es jetzt noch bis zu dem großen Ereignis.

Vor der Wanderung

Langsam frage ich mich, ob ich nicht vollkommen irre bin. Vermutlich bin ich irre. Aber er ist besser als langweilig, oder? Ich bin erstaunt darüber, wie schnell die Zeit vergangen ist, seit ich mich dazu entschieden habe, mich dafür anzumelden. Manchmal ist es verrückt, wie aus einer Idee, die man entwickelt, weil man keine Lust hat zu lernen, so schnell Realität werden kann. Gleichzeitig bin ich aber auch begeistert darüber, dass ich es tatsächlich wage. Wie oft rede ich davon, irgendetwas zu machen, auszuprobieren oder anzufangen. Oft bleibt es dann nur bei den Gedanken. Diesmal ist es anders.

Die Wanderung heute ist hart, von Beginn an liegt meine Komzentration bei meinen Blasen an den Füßen? Tun sie schon weh? Werden sie größer? Schon nach wenigen Kilometern spüre ich sie. Es sind noch keine großen Schmerzen, aber sie machen sich bemerkbar. Ich gehe trotzdem weiter, beim Event werde ich auch nicht wegen einer lästigen Blase aufgeben. Obwohl es regnen sollte, kommt stattdessen immer wieder die Sonne hervor. Ich könnte mir keine größere Motivation vorstellen. Ich genieße es, immer wieder neue Orte und Landschaften rund um mein zuhause zu entdecken und habe erneut eine Strecke gewählt, die ich zuvor noch nicht gewandert bin. Sogar ein offizieller Wanderweg, sodass ich verschiedene Untergründe zum Gehen habe.

Krückauwanderweg

Nach 15 Kilometern habe ich Barmstedt und das Ende des Wanderweges erreicht, meine Füße schhmerzen. Doch ich will nicht aufgeben. Wenigstens die 20 Kilometer will ich schaffen, meinen inneren Schweinehund überwinden. Bei 18 km fällt mir auf, dass es bis zu Hause nur noch 8 km sind. Das schaffe ich, sage ich mir. Immer wieder muss ich kurz stehen bleiben und meinen Fuß anders belasten, um den Blasen auszuweichen. Meine geänderte Haltung führt dazu, dass es jetzt auch noch am Zeh scheuert.

Bei 23,5 km siegt die Vernunft. Ich weiß, dass ich es trotz Schmerzen nach Hause schaffen würde, das habe ich mir auf den letzten 10 Kilometern bewiesen. Aber wofür? Um die Blasen noch mehr zu verschlimmern? Nächste Woche wieder nicht richtig trainieren zu können. Ich will um keinen Preis aufgeben, aber es ist das einzig Vernünftige.

Insgesamt fühle ich mich nach der Strecke jedoch noch deutlich fitter und energiereicher als nach den letzten Wanderungen, vielleicht fängt das Training ja doch ein bisschen an zu wirken. Ich hoffe wirklich, dass sich meine Füße erholen bis zum nächsten Wochenende. Da werde ich es einmal mit anderen Schuhen versuchen. Meinen Sportschuhen, die mich bereits blasenfrei durch die Xletix Challenge getragen haben – trotz nasser Socken, Sand überall und unebenem Boden. Auch wenn das Training hätte besser laufen können, ich weiß jetzt, dass ich mich durchbeißen kann und so schnell nicht aufgebe. Auch meine Geschwindigkeit war trotz Schmerzen beachtlich. Und wenn die Beine nicht mehr wollen, dann ist der Kopf das, was mich voran treibt.

Serie: Megamarsch München 2018 – 7 Wochen vorher

Wanderrucksack

Samstag, 25.03.2018:

Für heute habe ich mir 30 km vorgenommen. 30 km klingen ziemlich bedrohlich, wenn ich bedenke, wie ich mich am Ende der 20 km gefühlt habe. Aber da ich in 7 Wochen ganze 100 km laufen möchte, sollte ich die 30 km heute schaffen. Da ich letztes Wochenende leider keine Zeit hatte zu trainieren, ist es umso wichtiger, dass ich heute vorankomme.

Zum Glück regnet es bis jetzt nicht und es ist auch ein bisschen wärmer. Mein Rucksack ist diesmal auch schon ein bisschen voller und schwerer als letztes Mal, damit ich gleich trainiere, mit mehr Gewicht auf dem Rücken und auf den Schultern zu gehen. Natürlich liegt es auch daran, dass ich dieses Mal mehr Essen eingepackt habe. Wer mich kennt, der weiß, dass ich jemand bin, der sehr gerne sehr viel isst. Ich komme mir immer noch etwas komisch vor mit meinen leuchtend grünen Socken, meinen Trekkingschuhen, und meinem Wanderrucksack auf dem Rücken hier durch den Ort zu laufen. Aber von nix kommt nix.

Schaf

12 km sind rum. 5 km davon bin ich auf dem Deich gelaufen, der sehr uneben, teils matschig war. Dadurch war ich langsamer und hatte nach 12 km gleich an jedem Fuß eine Blase zu verzeichnen. Schlauerweise hatte Blasenpflaster eingepackt und so ging es dann zügig weiter.

Die nächsten 10 km bin ich quasi ohne Pause durchgegangen und hab für keinen Kilometer mehr als 11 Minuten benötigt. Vermutlich werde ich mit der Steigung, die ich nahe den Bergen haben werde eher langsamer sein, deswegen versuche ich beim Trainieren möglichst fix unterwegs zu sein.

Ab Kilometer 18 wurde es hart. Richtig hart. Meine Füße taten weh, die Beine und auch der Nacken und die Schultern vom Rucksack. Ich machte mir Musik an und setzte einen Fuß vor den anderen. Ich wäre jetzt noch nicht einmal an der ersten Versorgungsstation, da durfte ich nicht aufgeben. Zwischendurch sang ich lauthals mit, was tatsächlich half, mich von meinen müden Beinen abzulenken.

5 km vor dem Ziel, nach 25 Kilometern erlaubte ich mir eine richtige Pause. Ich setze mich ins Gras, zog die Schuhe aus, trank in Ruhe und aß etwas. Im Kopf machte ich mir die Notiz, dass ich viel mehr Wasser dabei haben müsste. Dafür brauche ich deutlich weniger Proviant als ich dachte. Beim Aufstehen hatten sich die Schultern etwas beruhigt und auch die Oberschenkel fühlten sich wieder fit an. Dafür schienen meine Füße kaum noch zu wissen wie man geht. Nichtsdestotrotz kam ich eine Stunde später zu Hause an und fühlte mich insgesamt fitter als nach dem ersten Training. Einzig die Schmerzen in den Schultern und die Blasen blieben mir auch noch am nächsten Tag.

Weg mit Schafen

Trotz der Angst vor den 100 km freue ich mich unglaublich auf die Natur, die ich auf dem Weg von München nach Mittenwald zu sehen bekommen werde. Ich hoffe, dass mich die schöne Landschaft und die Aussicht auf die Alpen dazu motivieren können, weiter zu gehen, auch wenn es eigentlich nicht mehr geht. Ich weiß, dass es nicht gerade wahrscheinlich ist, dass ich die 100 km schaffen werde. Aber ich denke, wenn ich schon vorher davon ausgehe, dass ich es nicht schaffe, dann kann ich es auf keinen Fall schaffen. Also obwohl die Wahrscheinlichkeit gering ist, gehe ich mit der Einstellung daran, dass ich die 100 km schaffen möchte. Die 100 km sind mein Ziel.

Für ein bisschen Training im Bereich Steigung – mich erwarten schließlich um die 1000 Höhenmeter – werde ich nächstes Wochenende wohl in die Harburger Berge fahren. Da hab ich bis zu 150 Höhenmeter pro „Berg“. Natürlich ist das kein wirklicher Vergleich, aber doch hilfreich, um das bergauf und bergab gehen zu trainieren und meine ungefähre Geschwindigkeit zu ermitteln. Und dann stehen eigentlich die 40 km an, mein absolutes Mindestziel in München.

Wanderung 30 km

Serie: Megamarsch München 2018 – 9 Wochen vorher

Wanderrucksack

Samstag, 10.03.18:

Noch 9 Wochen bis zum Megamarsch und bis zu meinem Geburtstag – noch 9 Wochen, um mich auf 100 km zu Fuß in 24 Stunden vorzubereiten. 100 km von München nach Mittenwald, 100 km ohne Schlaf, 24 Stunden lang nicht aufgeben. Eigentlich wollte ich schon letzte Woche anfangen zu trainieren, aber bei weit unter 0 Grad konnte ich mich nicht aufraffen. Heute haben wir zwar Plusgrade, dafür regnet es nahezu ununterbrochen. Aber die Ausreden sind jetzt vorbei! 100km gehen sich nicht mal eben von alleine, dafür muss trainiert werden, und das bei Wind und Wetter.

Heute habe ich mir für den Anfang 20km vorgenommen, das ist die Strecke zwischen den Versorgungsstationen. Ein bisschen verrückt komme ich mir jetzt schon vor, wenn ich meine Wandersocken und Funktionsschuhe anziehe und damit gleich das Haus verlassen muss. Wer ist wohl die Verrückte, die bei Regen wandern geht und dabei leuchtend grüne Socken trägt? Das bin ich, die verrückte, die an ihrem Geburtstag statt zu feiern 100km zu Fuß bewältigen möchte. Also ziehe ich mir jetzt alles Nötige an, packe meinen Rucksack und dann wage ich es.

Wanderschuhe

10 km habe ich jetzt geschafft. Inzwischen sind meine Hände abgefroren und meine Ohren sind auch ziemlich kalt. Aber der Blick über die Felder ist schöner als ich dachte, gerade durch diesen wolkenverhangenen Himmel bietet sich ein schöner Anblick. Ich glaube es wird nicht einfach, wenn ich bedenke, dass ich in 9 Wochen das Zehnfache dieser Strecke laufen muss. Ich habe noch absolut keine Ahnung, wie ich 100 km schaffen soll. Aber Aufgeben ist für mich keine Option. Außerdem hat es doch auch sein Gutes, den Samstag nicht vor dem Fernseher sondern unterwegs in der Natur zu verbringen. Ich merke dass ich das viel zu selten tue, obwohl ich sehr dicht an einer so schönen Umgebung wohne.

Bank vor Fluss

Blick ins Weite

Selfie

Nach 20 km komme ich ziemlich durchnässt und durchgefroren, mit schweren Beinen und schmerzenden Fußsohlen zuhause an. Ab Kilometer 15 wurde es echt hart, die Beine wurden taub vom kalten Regen und die Muskeln müde. Aber meine Zeit ist ziemlich gut und lässt für den Wettbewerb Pausen und schlechtere Wege zu. Ich hoffe, wenn ich öfter trainiere, kommt mein Körper besser mit dieser Belastung zurecht. Im Moment sind die 100 km jedoch noch sehr weit entfernt. Immerhin kann ich jetzt das Training im Regen von meiner Liste streichen, das habe ich jetzt ja schon absolviert. Für mich gibt es jetzt zuerst eine warme Suppe und anschließend geht es in die Badewanne.

Strecke

Xletix 2017 in Grömitz – Teamwork am Meer

Xletix – was ist das?

Xletix ist eine Veranstaltungsreihe von Hindernisläufen an verschiedenen Orten in Deutschland. Man hat die Wahl zwischen unterschiedlich langen Strecken (S = 6-8 km, M = 12-14 km, L = 18-20 km). Bei diesen Hindernisläufen wird man an diversen Hindernissen nass und dreckig, es geht durch Wälder, Berge oder am Strand entlang. Hindurch durch Tümpel oder das Meer. Viele Hindernisse sind nur in Team zu schaffen. Man muss anderen helfen und vertrauen, um es gemeinsam zu schaffen. Es geht um Fitness und Spaß, aber auch Mut und darum, Grenzen zu überwinden.

Xletix in Grömitz

Wenn man sich auf einer Karte ansieht, wo Grömitz liegt, dann fällt einem sofort die direkte Nähe zum Meer auf. Dieser Hindernislauf findet also am und auch im Meer statt. Es wird viel im Sand am Strand gelaufen, viele Hindernisse mit Wasser sind mit Meerwasser gefüllt. Der Schlamm kommt jedoch in den Feldern nebenan auch nicht zu kurz. Die Kulisse ist traumhaft: die Promenade mit süßen Läden, der Strand mit dem weißen Sand und Strandkörben und dahinter das Meer, schimmernd bis zum Horizont.

Vorbereitung

Ich denke normalerweise sollte man sich auf Hindernisläufe vorbereiten. Geplant war bei mir die M-Strecke, das sind um die 13 km. Das Karfttraining hab ich pünktlich ein bis zwei Monate vorher nahezu eingestellt, mir war einfach nicht nach Sport im Fitnessstudio. Immerhin bin ich weiterhin regelmäßig laufen gegangen. Meistens war meine Strecke um die 5 km, ich bin an einigen Tagen aber auch bis zu 10 km gelaufen. Zwischendurch habe ich ein paar Übungen mit dem eigenen Körpergewicht eingebaut wie Liegestütze, Dips oder Plank. Alles in allem habe ich mich zwar insgesamt fit aber nicht besonders gut vorbereitet gefühlt.

Die Challenge

Nun war er da: der Tag. Aufstehen morgens um 6, Außentemperatur keine 10 Grad. Vorhergesagt waren 15 Grad und Sonne, die Realität waren eher 12 Grad und Wolken. Unser Team bestand aus fünf Leuten aus unserem Fitnessstudio: die CH-Warriors. Zwei davon wollten die L-Distanz laufen, drei inklusive mir die M-Distanz. Spontan haben wir uns entschieden, alle zusammen die L-Distanz zu laufen. Was tat ich nur? 19km? So weit war ich noch nie gelaufen.

Xletix Grömitz Anreise

Aber das Team macht stark. Wir haben uns gegenseitig motiviert und an uns geglaubt. Ich habe gekämpft und Ängste überwunden: kopfüber in den Schlamm tauchen, eine 20 Meter lange Rutsche in ein dreckiges Wasserbecken, Untertauchen im Eiswürfelbecken, Hochlaufen an einer Halfpipe. Die Liste ist lang und mit jedem überwunden Hindernis wurden der Stolz und die Motivation das Ziel zu erreichen größer.

Xletix Grömitz Steg

Nach den ersten Metern laufen im Sand fingen die Oberschenkel an zu schmerzen. Die Hände und Arme streiken bei Hangelhindernissen. Der ganze Körper ist nass und trocknet bei den Temperaturen nicht mehr, stehen bleiben macht alles nur noch schlimmer. Also wird weitergelaufen: einen Fuß vor den anderen setzen, mit jedem Schritt dem Ziel entgegen. Zwischendurch einen Blick auf das Meer, das gibt innerliche Ruhe. Lächeln und sich die bisherigen Erfolge vor Augen halten. Alles schmerzt, jeder Schritt scheint unmöglich, jedes weitere Hindernis unüberwindbar. Aber im Team schaffen wir es. Und dann ist es da: das Ziel direkt vor unserer Nase. Tränen schießen mir in die Augen vor Glück,  Stolz und Erleichterung. Arm in Arm laufen wir ins Ziel, ein breites Grinsen im Gesicht.

Ich kann mich kaum noch bewegen und mein Körper ist komplett erschöpft, aber ich denke schon darüber nach, wann ich das nächste mal an so einem Lauf teilnehme. Unser Team war großartig und die Erfahrung unbeschreiblich. Ich bin über mich hinausgewachsen, im Alltag kommt das so selten vor, aber das Gefühl ist toll.

Seid ihr auch ein Fan von Hindernisläufen? Habt ihr gute Erfahrungen damit gemacht?

Auf dem Segelboot im Maddalena-Archipel (Sardinien)

Segelboot

Manchmal malt man sich Dinge vor lauter Vorfreude in den buntesten Farben aus und erschafft so ein ganzes Traumgebilde davon. Manchmal wird man dann in der Realität enttäuscht. Manchmal jedoch übertrifft die Realität sämtliche Träume und wird damit zu einer traumhaften Zeit. Eine traumhafte Zeit hatten wir auf dem Segelboot mit Dea del mare.

Bucht vormittags 1

Stell dir einen großartigen Sommertag vor:

Der Himmel ist leuchtend blau, nur ein paar weiße Wölkchen heben sich davon ab. Die Sonne erwärmt die Haut und lässt alles um dich herum leuchten. Du spürst dieses Kribbeln, dass das ein wundervoller Tag wird, an den du dich noch lange danach erinnern wirst. Eine sanfte Brise weht durch dein Haar und hinterlässt den salzigen Geruch des Meeres, ein Gefühl von Freiheit.

Nun stell dir vor, du verbringst diesen Tag zusammen mit ein paar anderen Leuten auf einem Segelboot im Paradies. Du stellst es dir vor, hast ein Bild vor Augen und empfindest ein leichtes Glücksgefühl?

Türkise Bucht

Dann hast du vermutlich immer noch keine Vorstellung davon, wie überwältigend schön die Realität war.

Abfahrt in Palau

Palau Yachthafen

Morgens besteigen wir das Segelboot – zusammen mit zehn anderen Touristen und zwei Mann, die die Crew bilden. Die Strandtasche ist voll – der Kopf noch voller mit Erwartungen. Es folgt eine kurze Einweisung in das Boot, die aber eher nebensächlich erscheint. Dann wird abgelegt – hinaus auf das Meer in Richtung Freiheit. Der Platz hinten auf der Bank wird schnell gegen einen Platz vorne auf dem Schiff eingetauscht. Über uns der blaue Himmel, unter uns das blaue Meer und rundherum weiße Segel und hübsche Küsten.

Palau Meeransicht

Auf dem Segelboot

Weit genug vom Hafen entfernt nimmt der Wind zu – der Motor vom Schiff wird nicht mehr benötigt. Und dann ist es wie fliegen. Die Segel lehnen sich in den Wind, das Schiff ist stark dem Wasser zu geneigt und das Herz hüpft vor Aufregung. Das Surren des Motors ist verstummt und macht dem Klackern des Segels Platz. Ich halte meine Haare in den Wind und lache. Das muss Freiheit sein.

Weites MeerFerner Blick auf Bucht

Als wir wieder langsamer werden, ändert sich die Kulisse. Wir sind wieder dichter an der Küste, das tiefe, satte Blau des Meeres weicht einem leuchtenden türkis. Dahinter ein kleiner weißer Strand, eingerahmt von Felsen und Pinien. Die Kamera wird gezückt, es werden eine Milliarde Fotos geschossen, die doch die Atmosphäre nicht wirklich aufnehmen und wiedergeben können.

Traumbucht vormittags

Türkises WasserBucht vormittags 3Bucht vormittags 4Bucht vormittags 5
Wir ankern. Boot oder schwimmen zum Strand? Schwimmen. Selbst mitten im Wasser bleibt die Farbe gleich beeindruckend. Wir werden mit Schnorcheln und Taucherbrillen ausgestattet. Auch unter Wasser wird das türkis nicht schwächer. Die Sonne sorgt für ein Glitzern bis zum Meeresboden.

Zum ersten Mal im Leben erlebe ich Fische hautnah im Wasser. Kleine, bunte Fische schwimmen in Schwärmen oder allein vor den Korallen umher. Ich will nie wieder auftauchen, ich lasse mich einfach treiben in diesem Paradies. Aber ich möchte mich auch noch sonnen an diesem Traumstrand. Zurück auf dem Boot gibt es Wein, kalten Weißwein, der gut zum Sommerwetter passt.

Mittagessen in der Lagune

Später ankern wir in einer Lagune – die Wasserfarbe brauche ich wohl nicht erwähnen. Auch hier lasse ich mich über diesmal größeren Fischen treiben. Unterbrochen werde ich davon nur vom Mittagessen: Bruschetta, Salami, Käse, Oliven, Brot. Danach frisch gekochte Pasta. Dazu mehr Wein. Abschließend Café und Digestif. Pure Glückseligkeit.

Lagune

Traumbucht nachmittags

Bucht nachmittags 1

Das Essen wird auf Deck beim Sonnen verdaut, während wir wieder vom Wind getragen über das Wasser gleiten – in Richtung einer weiteren Traumbucht. Gleiches Prozedere: Schwimmen, Schnorcheln, Sonnen, Fotografieren, Genießen. Immer wieder versuche ich all das in mir aufzunehmen und so fest wie möglich abzuspeichern.

Bucht nachmittags 2 Klares Wasser Bucht nachmittagsKleiner Wald

Heimkehr

Palau Hafeneinfahrt

Danach geht es zurück zum Hafen, jede Sekunde aufsaugend, jedes Detail verinnerlichen. Im Hafen ein leichter Widerwille gegen das Verlassen des Bootes. Dann stehen wir wieder mit Schuhen an den Füßen an Land, immer noch glücklich, aber schon mit leichter Sehnsucht nach dem Meer. Ein Tag für die Ewigkeit.

WasserfarbenParadiesstrand

Strandtag in Kiel – dem Paradies ganz nah

Schönberger Strand

Manchmal denke ich so sehr an Italien und freue mich so sehr darauf, ferne Orte zu besuchen, dass ich fast vergesse wie schön es an der Ostsee ist. Ein Strandtag in Kiel ist zwar kein ganzer Urlaub, aber es fühlt sich so an. Von uns aus nur eine Stunde entfernt, fahren andere Leute dorthin zum Urlaub machen.

Heimatliebe

In meiner Kindheit habe ich jeden Sommer auf einem Campingplatz an der Ostsee verbracht und es gab nichts Schöneres für mich als wochenlang am Meer zu sein. Irgendwann fing ich dann an, andere Orte kennen lernen zu wollen und Urlaub weiter weg zu machen. In meinem Herzen bleibt sie jedoch – ein Ort der Freiheit und des Vergnügens.

Muschel im Sand

Welle über Stein

Meeresglitzern

Blick aufs Meer mit Seebrücke

Oben auf dem Deich angekommen bietet sich eine fast paradiesische Kulisse – strahlend blauer Himmel mit ein paar weißen Möwen als Schmuck; klares, flaches Wasser, das sanft den Strand liebkost und nicht zuletzt der feine, weiche Sand. Eine Seebrücke, die ins Wasser führt und das Urlaubsfeeling perfekt macht. Ich bin ein totaler Fan von Seebrücken. Dort am Ende mit Blick auf das Wasser zu stehen und Segelboote zu beobachten ist einfach entspannend.

Auf der Seebrücke

Nach nur fünf Minuten auf dem Handtuch am Strand in der Sonne liegen fühle ich mich wie im Urlaub, alle Anspannung abgefallen und zurück in die Kindheit versetzt. Umarmt von der Wärme der Sonne und berauscht vom Glitzern des Meeres wird der Strandtag in Kiel zu etwas ganz Besonderem für mich.

Beach Essentials

Glücksgefühle

Gibt es etwas Schöneres als den Duft von Sonne auf der Haut und das Gefühl von Salz im Haar und Sand zwischen den Zehen? Gibt es etwas Beruhigenderes als dem Rauschen des Meers zu lauschen und dem Kreischen der Möwen? Etwas Beglückenderes als ein Eis am Strand schneller zu schlecken als es wegschmilzt? Etwas Befreienderes als Hand in Hand ins Meer rennen und wieder Kind sein?

Liebt ihr den Strand und das Meer auch so sehr wie ich? Und habt ihr einen Lieblingsstrand?

Wasser mit Steinen

Sonnenbrille im Sand

Mole und Seebrücke

Meer hiner Düne

Roadtrip Italien: Vorfreude

Toskana 2016

Habt ihr auch diese Vorfreude, wenn ihr einen Urlaub plant? Sobald ich weiß, dass ich wieder wegfahren kann, kribbelt es in meinem Bauch und ich könnte mich den ganzen Tag damit beschäftigen Reise-Webseiten und Blogs zu durchsuchen.

Anfang Juni geht es für uns nach Italien – für ganze 3 Wochen. Wir werden die gesamte Reise mit unserem eigenen Auto machen. Ich werde euch in diesem Post erzählen, wie ich die Reise geplant habe und was meine Vorfreude auf diesen Roadtrip so weckt.

Auto oder Flugzeug?

Diese Entscheidung fiel nicht schwer, da wir letztes Jahr bereits mit dem eigenen Auto gen Süden gefahren sind und es ein wundervoller Urlaub war. Da wir beide noch unter 25 sind, müssten wir für einen Mietwagen einen Aufpreis zahlen. Im Auto gibt es dazu keine Gewichtsbegrenzung für das Gepäck und der vor Ort gekaufte Wein lässt sich auch sicher nach Hause transportieren. Mein Freund fährt sehr gerne Auto und ich lasse mich gerne umherfahren – die perfekte Symbiose.

Route

Mir ist es wichtig, dass die Unterkünfte vorher alle gebucht sind. So kann ich mir die schönste Unterkunft in Ruhe aussuchen und mich erwarten Probleme bei der Suche vor Ort. Wir haben zwar nicht die Flexibilität, spontan woanders hin zu fahren, aber bei so schönen Zielen besteht die Notwendigkeit auch nicht. Während ich das hier so schreibe, stelle ich mir bereits wieder die Sonne auf meinem Gesicht vor und die atemberaubende, vielfältige Landschaft.

Aber zurück zur Route. Dieses Jahr stehen auf dem Plan:

  • Sardinien (Norden)
  • Toskana (zwischen Florenz und Siena)
  • Gardasee (der südliche Teil)
  • Steiermark in Österreich

Mit diesen vier Regionen haben wir eine geniale Mischung aus den unterschiedlichsten Urlaubsaktivitäten und landschaftlicher Vielfalt. Karibik-Flair und Strandtage auf Sardinien. Weinproben und historische Städte in der Toskana. Flanieren an der Promenade und klares Wasser am Gardasee. Und nicht zuletzt Wandern und ein Hauch von Abenteuer vor dem Panorama der gigantischen Berge. Ich freue mich auf jeden dieser Teile und bin froh, dass wir die Möglichkeit haben, all das in einem Urlaub erleben zu können.

Unterkünfte

Bevor es an die Unterkünfte ging, habe ich zuerst die Fähre nach Sardinien gebucht. Dafür gibt es nämlich kaum Alternativen, deswegen war es mir wichtig, sie so früh wie möglich fest auf dem Plan haben zu können. Nachdem die groben Regionen festgesteckt waren und Fähre gesichert war, konnte ich endlich an die Suche nach Hotels gehen. Folgende Webseiten hab ich dafür von oben bis unten durchsucht:

Auf Secret Escapes werde ich nur selten fündig, aber ich habe schon zwei Prima Angebote buchen können. Für Italien war nichts passendes dabei. Am liebsten suche ich nach Agriturismos, das sind landwirtschaftliche Betriebe, die nebenbei auch eine Unterkunft führen. Oft sind das Olivenöl- oder Weinbetriebe, die ihre Erzeugnisse auch direkt anbieten. Dort ist es oft sehr persönlich, es gibt wenige individuell gestaltete Zimmer, liebevoll zubereitetes Frühstück und gute Tipps für die Umgebungen. Wenn mir kein Agriturismo zusagt, suche ich nach gut bewerteten Hotels auf Trivago, die möglichst authentisch wirken.

Auf Sardinien werden wir in einem (hoffentlich) sehr hübschen Hotel übernachten. In der Toskana erwartet uns ein Agritourismo mit zugehöriger Weinkellerei. Am Gardasee sind wir Gast in einem weiteren Agriturismo. In Österreich schlafen wir in einer kleinen Pension, die wir aus der Familie kennen. Genaueres dazu gibt es natürlich nach dem Urlaub.

Vorfreude

Eis auf dem Weg nach ItalienKönnt ihr sie aus den Beschreibungen herauslesen, diese Vorfreude? Ich habe mir sogar ein Buch gekauft, um noch ein bisschen italienisch zu lernen. Viel zu oft gucke ich mir schon Wochen im Voraus die Wettervorhersage an. Meine Sammlung an Romanen, die in Italien spielen, hat drastisch zugenommen. Stundenlang gucke ich mir Fotos an, stelle mir uns an den einzelnen Orten vor. Ich liebe Italien und ich freue mich so sehr auf diese 3 Wochen Roadtrip durch das Land, in dem Genuss und Lebensfreude so eine zentrale Rolle spielen. Vielleicht freut ihr euch jetzt ja ein bisschen mit mir.

 

 

 

 

 

Ostern in Brüssel

Brüssel Grand Place


Warum Brüssel? Es gibt so viele Ziele, die auf meiner Bucketlist stehen, Brüssel gehörte jedoch nicht dazu. Aber wie das so ist, beschert das Leben einem manchmal die besten Chancen, man muss sie nur nutzen. In diesem Fall war es das einzige Ziel mit einem günstigen Flugpreis zu Ostern. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, hatte ich mir doch einen wärmeren Ort vorgestellt. Nach einiger Recherche stellte ich jedoch fest, dass ich in Brüssel sehr gut einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen könnte: Essen.

Also Flug gebucht, passendes Hotel gefunden, Freund geschnappt und los ging es.

 

Stadt

Brüssel ist das perfekte Ziel, wenn man einfach ein paar entspannte Tage in einer fremden Stadt verbringen möchte, ohne eine Liste an Sehenswürdigkeiten abarbeiten zu müssen. Diese war bei uns tatsächlich auf einen einzigen Punkt beschränkt: das Atomium. Und irgendwie war auch das eher unspektakulär. Es ist schon beeindruckend, ein riesiges Gebäude aus ein paar Metallkugeln anzusehen, aber es gibt eindeutig schönere Aussichten.

Manneken Pis

Eine schöne Aussicht hat man zum Beispiel, wenn man mit dem Ascenseur des Marolles fährt. Das ist ein gläserner Lift, der mitten in Brüssel den Höhenunterschied überbrückt. Ist man oben, bietet sich ein toller Ausblick über die Stadt. Der Grand Place bietet ebenfalls eine schöne Sicht – auf goldverzierte Gebäude zu allen Seiten. Mit jedem Mal hinsehen konnte ich ein paar neue Details erkennen. Auf jeden Fall einen (oder auch mehrere) Blicke wert. Dort sind auch viele geführte Reisegruppen unterwegs und wenn man in der Nähe steht, kann man das ein oder andere Detail zur Geschichte aufschnappen.

 

Die Fußgängerzone ist wirklich nett zum Umherstreifen, ab und an gibt es kleine Stände oder einen Musiker, der seine Lieder trällert. Wenn man sich so den Tag vertreibt, landet man unweigerlich irgendwann in einem Pulk Touristen mit gezückten Smartphones. Das Objekt der Begierde: der Mannekin Pis – eine kleine Figur eines Mannes, der sich in ein Brunnenbecken erleichtert. Kann man sich im Vorbeigehen mal ansehen, kann man auch lassen. Viel spannender ist die Chocolaterie gegenüber, in der es einige echt gut aussehende Leckereien zu kaufen gibt.

Essen & Trinken

Mousse au chocolatMeiner Meinung nach ist es aber auch gar nicht so relevant, welche Chocolaterie man besucht: bei mindestens einer in jeder Straße landet man wahrscheinlich sowieso in mehreren. Überall, wo wir Schokolade gekauft haben, hat sie sehr gut geschmeckt.

 

 

Waffel mit Erdbeeren und Schokolade

 

 

Eine leckere belgische Waffel habe ich mir in einem eher günstigen Laden gekauft, wie es ihn auch überall zu finden gibt und ich war begeistert. Während der drei Tage habe ich übrigens keine Waffel entdeckt, die nicht appetitlich aussah.

 

 

 

 

lunchWaf

 

 

 

 

Für das besondere Waffelerlebnis kann ich die Wafflefactory empfehlen. Hier gibt es eine kleine Auswahl an herzhaft gefüllten Waffeln, lunchWaf genannt. Man kann die frische Zubereitung beobachten und das Geschmackserlebnis ist einmalig.

 

 

 

 

 

Pommes

Wenn man nach Brüssel reist, sollte man auf jeden Fall einmal Pommes essen. Unsere Wahl fiel auf die Frieterie Tabora in der Fußgängerzone. Der Laden sieht unscheinbar aus, aber die Schlange verrät die Qualität und den Geschmack der Pommes – sehr lecker und direkt aus frischen Kartoffeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Essen zum Trinken: ein absolutes Muss in Brüssel ist es, eine der vielen verschiedenen belgischen Biersorten zu probieren. Ich persönlich bin begeistert von dem Kirschbier, das mehr wie ein Kirschlolly als wie Bier schmeckt. Für ein Bierchen zwischendurch kann ich das Leffe Café empfehlen. Das Essen dort soll zwar nicht so gut sein, aber die Bierauswahl ist gut und die Atmosphäre draußen echt toll. Wir saßen bei eher kühlen Temperaturen mit Schal und Jacke an einem Tisch an einer Straße namens Rue de Rollebeek, die ich total hübsch fand mit den älteren Häusern. Gleichzeitig hat man einen Blick auf eine große Kathedrale, zu der wir es leider nicht mehr geschafft haben.

Wenn man abends gemütlich in einem Pub abseits vom Touristentrubel ein Bier trinken möchte, sollte man auf jeden Fall im A L’Imaige de Nostre-Dame vorbeischauen, das sich am Ende einer kleinen, unauffälligen Gasse versteckt. Wir haben dort einen tollen Abend verbracht und auch noch nette Leute kennengelernt.

 

Hotel

FrühstückÜbernachtet haben wir im NH Collections Brussels Centre, einem 4-Sterne Hotel, das sehr zentral und direkt bei der Fußgängerzone liegt. Entsprechend waren wir die meiste Zeit einfach zu Fuß unterwegs. Das Bett war bequem, das Bad bestens ausgestattet und der Ausblick aus dem 6. Stock nicht zu verachten. Das Beste jedoch ist das Frühstück im 9. Stock mit einem noch besseren Ausblick über die Dächer. Die Auswahl an Säften, Obst, Gebäck, Joghurt und warmen Speisen ist überwältigend und alles schmeckt. Zudem gibt es samstags bis 11 Uhr, sonntags sogar bis 12 Uhr Frühstück, perfekt zum Ausschlafen. Ich würde jederzeit wieder dieses Hotel wählen und es ganz sicher mit Frühstück buchen.